20.10.2008 - Bewertung von Wohnimmobilien: Make-or-Buy?
Transparenz ist bei der Bewertung von Immobilienbeständen eine wesentliche Anforde¬rung. Wohnimmobilien-Aktiengesellschaften benötigen sie beispielsweise, um potenzielle Anleger von der Werthaltigkeit ihrer Portfolios und ihren Zukunftschancen zu überzeugen. Für die Immobiliengesellschaften stellt sich damit die „Make-or-Buy“-Frage: Die Entschei¬dung, ob sie den Wert ihres Bestands von externen Gutachtern ermitteln lassen möchten oder ob sie ihn selbst bestimmen.
Fällt die Wahl auf einen externen Gutachter, wird sie oftmals mit geringeren Kosten be¬gründet. Langfristig zahlt sich eine regelmäßige interne Wertermittlung jedoch ebenfalls aus: Sie eignet sich hervorragend als Grundlage für eine wertorientierte Portfolio¬steue¬rung. Wichtige Entscheidungen können schnell getroffen werden, Handlungsbedarf hin¬sichtlich der Werthaltigkeit von Immobilienbeständen wird frühzeitig erkannt.
Die Qualität der Immobilienbewertung hängt entscheidend ab von der Qualität der Ein¬gangs¬daten. „Hier sind interne Gutachter im Vorteil“, sagt Markus Bolder, Geschäftsführer der Servicing Advisors GmbH. „Detaillierte Kenntnis des Bestands, über Jahre zusammen¬getragen, lässt sich nicht einfach an externe Prüfer weitergeben.“ Werden unternehmens¬fremde Prüfer mit der Immobilienbewertung beauftragt, müssen deshalb über Portfolio¬steuerung und -managementsysteme Wege gefunden werden, ihnen alle relevanten Daten zur Verfügung zu stellen.
Weiteres wichtiges Kriterium für ein gelungenes Gutachten ist die Glaubwürdigkeit. In der Regel gelten jene Gutachten als glaubhafter, die von einem unabhängigen Prüfer erstellt werden. Die fundierte interne Bewertung kann jedoch ebenso nachgewiesen werden, etwa indem die Bewertungsannahmen und -ergebnisse für einzelne Immobilien veröffentlicht werden. Die Werte lassen sich somit leicht überprüfen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, externe Gutachter in Stichproben mit der erneuten Analyse der Ergebnisse zu beauf¬tragen. Auf diese Weise gewinnt zudem das Portfoliomanagement an Vertrauen, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Unternehmen.
